1999 – Nr. 17

1999 – Nr. 17

 
Harry Glaß
Harry Glaß und die Bronzemedaille aus Cortina d’Ampezzo
© Archiv Privat

Harry Glaß

1956: Harry Glaß trägt den Namen Klingenthals als Wintersportregion in die Welt hinaus. Aber eigentlich fing alles schon viel früher an. 1886 ließ sich der Klingenthaler Oberlehrer Erwin Beck ein erstes Paar Skier bauen und 1906 entstand der erste Wintersportverein und darauf eine regelrechte Wintersportbewegung. 1929  lenkte Klingenthal mit den Deutschen Ski- und Deutschen Heeresmeisterschaften die Aufmerksamkeit in unsere Berge. Aber erst Harry Glaß trug die Nachricht in die Welt hinaus, von Klingenthal, dem Wintersportort. Seine Bronzemedaille in Cortina ’d Ampezzo 1956 war der Auftakt für einen Klingenthaler Siegeszug. Über zwanzig Medaillengewinner bei Olym-pischen Winterspielen und Weltmeisterschaften hat die Stadt am Aschberg stolz vorzuweisen.

Aschberger Land 17 (1999) Skispringen

 
Klingenthal als Maßstab
Jeanette Dyremose
© IAWK

Klingenthal als Maßstab

Seit 23 Jahren bin ich Jurymitglied beim Internationalen Akkordeonwettbewerb Klin­­­­genthal. Häufig kam ich auch mit Teil­nehmern und drei Mal gaben wir Konzerte mit Det Danske Harmonika En­semble. Darüber hinaus hielt ich auch ei­nige Fachvorträge.
Den Internationalen Akkordeonwett­be­­werb Klingenthal habe ich immer als den wichtigsten Wettbewerb der Akkor­deon­mu­­sik der Welt gesehen. Unter anderem auch deshalb, weil der Klingenthaler Wett­bewerb in Kategorien unterteilt ist, beginnend mit Kindern bis hin zu professionellen Musikern.
Im Jahr 1977 kam ich das erste Mal nach Klingenthal und war vom Niveau der Wettbewerbe beeindruckt. In den folgenden Jahren nahm ich den Internatio­nalen Akkordeonwettbewerb Klingenthal im­mer als Maßstab für die weltweite Ent­wicklung der Akkordeonmusik. In den letzten Jahren gelangte ich zu der Ansicht, daß einige Änderungen den Klingentha­ler Wettbewerb bereichern könnten.
In den Kategorien für Kinder und Ju­gend­liche sollte man wie jetzt auch weiterhin Akkordeonfachleute in den Jurys einsetzen. In der Kategorie IV (Erwachsene, die Red.) ist es meiner Meinung nach an der Zeit, auch andere Musikexperten zu­zu­lassen. Bei­spiels­weise könnte eine Jury aus folgenden Personen bestehen: ein symphonischer Dirigent, ein Mitarbeiter der Deu­tschen Grammophon, einen Ver­treter einer internationalen Konzertagen­tur und ein professioneller Solist oder her­aus­­ra­gender Musiker. Denn, wollen wir er­reichen, einen Akkordeonsolisten in die Rei­hen der international  anerkannten und auftretenden Musiker zu bringen, dann brauchen wir genau diese Leute, um die besten Musiker auszuwählen. Solange nur Akkordeonfachleute die Jury stellen, be­steht immer der Verdacht, daß sich persönliche Interessen einflechten und so das Endergebnis verfälschen.
Desweiteren sollten die Kategorien Vb und VI (Gemischte Ensembles und Virtu­ose Unterhaltungsmusik) für die Nutzung von Midi-Geräten geöffnet werden. Diese haben sich heute im Unterhaltungsgenre etabliert und würden die genannten Kate­gorien wesentlich bereichern und zudem den Unterhal­tungs­wert steigern.
Zu guter Letzt finde ich, daß das Orga­nisationskommitee eine „organisierte“ Ab­­­schlußfeier veranstalten sollte, auf der Teilnehmer, Juroren und Organisatoren in einer entspannten Atmosphäre zusammensitzen, sich unterhalten oder zu Mu­sik in angenehmer Lautstärke tanzen können.

Jeanette Dyremose

Aschberger Land 17 (1999)

 

 

 
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