Kommt die Beben-Katastrophe?
Stationen mit Seismometern um Klingenthal
© Quelle Uni Leipzig

Kommt die Beben-Katastrophe?

Aus Anlass der Schwarmbebenserie im Sommer 2011 im Vogtland und Nordwestböhmen mit Stößen der Stärke M4 auf der Richterskala vergleicht der junge Geologe Jan Dietel im Klingenthal Magazin Nr. 63 Schwarmbeben mit zerstörerischen Erdbeben.
Klingenthal Magazin 63
 

Wenn die Erde bebt

Die Welt blickt im März 2011 nach Japan. Schwere Erdbeben erschüttern die Insel, ein Tsunami von 10 Meter Höhe verwüstete die Küstenregion. Auch in Klingenthal hat die Erde schon häufig spürbar gebebt und die Menschen verängstigt. Die Aschbergstadt liegt mitten in der Schwarmbebenregion Vogtland/Nordwest-Böhmen. Der junge Geophysiker Christian Jakob präsentiert in diesem Artikel neue Erkenntnisse aus der Erdbebenforschung im Vogtland. Jakob studierte an der TU Bergakademie Freiberg. Der Beitrag ist ein aufbereiteter Auszug aus seiner Diplomarbeit.
Klingental Magazin 60
 

Ein Blick in die Erde

Schwarmbeben im Vogtland. Wie entstehen sie? Ein Beitrag von Jan Dietel. Lesen Sie, was die Schwarmbeben von den Erdbeben unterscheidet und viele weitere interessante Fakten.
Klingenthal Magazin 60
 

Besucherbergwerk „Grube Tannenberg“

Von Steffen Gerisch

Geht man vom Parkplatz Mühlleithen aus den naturkundlich-geologischen Lehrpfad „Rund um den Kiel“ in Richtung Schneckenstein entlang, so kommt man an tiefe, durch Zäune abgesicherte Löcher. Diese Löcher sind die sogenannten „Pingen“. Sie sind die ältesten Zeitzeugen vom frühen Beginn des Bergbaues in unserer Region, die auf das 15./16. Jahrhundert zurückzuführen sind. Durch Feuersetzen wurde das erzhaltige Gestein aufgelockert und selektiv abgebaut. Bei diesem Abbauverfahren entstanden unregelmäßige, begrenzte Hohlräume, die in der Regel nicht verfüllt wurden und nach geraumer Zeit zu Bruch gingen. An der Tagesoberfläche traten dann diese sogenannten Pingen in Erscheinung. Von dieser Stelle zweigt dann ein kleiner unscheinbarer Wanderweg rechts ab und führt direkt zur „Grube Tannenberg“, heute das Besucherbergwerk. Nachdem sie etwa 30 Jahre lang still lag, wurde 1992 die Idee geboren, ein Besucherbergwerk aufzubauen.
Am 2. Oktober 1996 war dann die offizielle Eröffnung der Grube als Besucherbergwerk. Hier bietet sich Untertage eine faszinierende Bergkulisse und ein ca. 70 Meter tiefer blaugrüner See, der vom einfallenden Tageslicht ausgeleuchtet wird. Desweiteren wird hier die Entwicklung vom Altbergbau zum Neuzeitbergbau dargestellt. Einzigartig an dieser Grube ist, daß hier die Kontaktzone zwischen dem Schieferund Granitgebirge gezeigt werden kann. Immerhin anderthalb Kilometer legt man während der Besichtigung zurück, wobei man sich bis zu 80 Meter tief unter der Erdoberfläche befindet Der Bergbau ist von allen Industriezweigen der älteste und für unsere Region typisch. Ein letztmaliges Aufflammen erlebte er bei uns nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit Schürfen und Schürfschächten wurde das Gebiet rund um den Schneckenstein auf Erz erkundet. Bis Ende der fünfziger Jahre wurden über sechs große Schächte angelegt, wobei man das Erz bis zu einer Tiefe von 1000 Metern förderte. In dieser Hochzeit des Bergbaues waren zeitweise bis zu 6000 Menschen im Schneckensteiner Gebiet beschäftigt. Einer dieser Schächte war die „Grube Tannenberg“. Hier wurde von 1954 bis 1964 das Zinnerz abgebaut und man gewann ungefähr 1700 Tonnen Zinn aus dieser Grube.

Kulturbote 3 (1996)

 

 

 
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