Der Herr der blauen Bretter
Peter Lange
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Der Herr der blauen Bretter

Klingenthal, 07.11.2013. Er ist der „Herr der blauen Bretter“, ein waschechter Vogtländer – Peter Lange. Er gibt in dieser Woche in der Zentrale von fluege.de in Thüringen den maßgefertigten Sprungski im wahrsten Sinn des Wortes den letzten Schliff und liefert sie an etliche der Topathleten dieser Welt aus. Und er packt gleichzeitig alles zusammen, was er in der Vogtland Arena beim Weltcup-Opening am letzten Novemberwochenende in Klingenthal (22.–24.11.2013) für „seine“ Springer braucht.

Peter Lange ist zweifelsohne einer der profiliertesten Sprungski-Experten dieser Welt, viel mehr als ein Techniker, denn er entwickelt seit Jahrzehnten die Bretter mit. Zuhause ist der 67jährige in Neudorf, einem Örtchen zwischen Falkenstein und Oelsnitz. In den 80ern arbeitete er in der Germina-Ski-Werkstatt in Schneckenstein, entwickelte für den WM-Sieg von Jens Weißflog 1989 den Ski mit. „Das war damals der leichteste Sprungski der Welt“, erinnert er sich.

Später gehörte er zum Stab des legendären Bundestrainers Reinhardt Hess, baute und präparierte Bretter für Olympiasieger und Weltmeister wie Sven Hannawald und Martin Schmitt.

Heute arbeitet er für die Thüringer Firma fluege.de Sprungskiproduktions GmbH, die 2010 mit blau eine neue Farbe in die Skisprung-Welt brachte. In kürzester Zeit gelang das mehr als erfolgreich. Allein bei der WM dieses Jahr im italienischen Val die Fiemme holten Springer, Springerinnen und Kombinierer auf den „blauen Brettern“ achtmal Gold, dreimal Silber und sechsmal Bronze.

Peter Lange ist in Abstimmung mit seinem Partner Pierre Heinrich vor Ort. Im Jahr fährt er da zwischen 60.000 und 80.000 Kilometer, sozusagen von Schanze zu Schanze. Die Norweger Anders Jacobsen, die US-Amerikanerin Sarah Hendrickson, der Österreicher Manuel Fettner und der Deutsche Andreas Wellinger gehören zu den Top-Athleten, für deren Bretter er zuständig ist „Ohne Ansehen der Nation wird für jeden das Beste gemacht“, betont der Vogtländer. Zwar wird heutzutage auch mit CNC-Maschinen in der Firma gearbeitet, aber seine Erfahrung, seine Zuverlässigkeit und vor allem sein Gefühl für die Bretter sind es, die von den Aktiven geschätzt werden.

Und wenn sie dann zum Weltcup in Klingenthal präpariert werden, trägt sicher auch seine Ruhe dazu bei, dass alles klappt. Dafür wird er eine der Holzhütten im Sportlerdorf einrichten. Wachsböcke, Bürsten, Bügeleisen, scharfe Ziehklingen, um Kanten nach Eisschlägen in der Anlaufspur auszubessern, Strukturgeräte, natürlich Wachs und vieles mehr stehen bereit.

© VSC Klingenthal, Online Magazin (2013), Skispringen

 

 

 
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