Julius Berthold

Ein verdienstvoller Klingenthaler Erfinder

Nicht weniger als vierzehn Seiten verwendete der Klingenthaler Chronist Arthur Müller in seinem 1897 erschienenen Buch zur Klingenthaler Ortsgeschichte auf die Würdigung der Persönlichkeit und der Tätigkeit von Ernst Julius Berthold. Müller hob bereits zu Lebzeiten Bertholds dessen Verdienst um die Musikinstrumentenindustrie hervor, die sich dieser in unermüdlichem Fleiß mit schöpferischem Erfindergeist um die Mechanisierung des Baues von Musikinstrumenten und ähnlichen Erzeugnissen erwarb. Man muß dem Geschichtsschreiber auch aus heutiger Sicht rechtgeben, wenn er damals schrieb: »Bertholds Maschinen haben die Instrumentenfabrikation nicht nur in unserer Gegend, sondern in der ganzen Welt mit einem neuen Gepräge versehen.«

Sogar die historischen Konkurrenten in Trossingen sehen das in neuerer Zeit so. Der »Schwarzwälder Landbote« schrieb am 1.9.1989 dazu: »Die Phase der industriellen Massenproduktion von Harmonikas setzte in Klingenthal früher ein als anderswo, denn der Maschinenbauer Julius Berthold entwickelte dort bereits 1878 die durch Dampfkraft angetriebene Stimmzungenfräsmaschine, mit der Jahre später auch die Trossinger Fabrikation und die aller anderen Zentren des Harmonikabaus angekurbelt wurde.«

Der am 18. Februar 1845 in der Lausitz geborene Maschinenbauer Ernst Julius Berthold kam im Jahre 1868 im Alter von 21 Jahren nur auf Bitten eines Arbeitskameraden, ohne große Begeisterung und ohne die Absicht, bleiben zu wollen, aus Chemnitz nach Klingenthal. Er verweilte hier nur, weil er es seinem Kameraden versprochen hatte. Durch die Verheiratung mit der Tochter eines Zwotaer Harmonikafabrikanten aber wurde er dann endgültig in Klingenthal seßhaft.

Seinem Ideenreichtum und seinem »Fleiß, den keine Mühe bleichet«, ist es zu verdanken, daß Berthold bald als Schlosser und Maschinenbauer im Ort großes Ansehen erlangte und sich selbständig machen konnte. Bei seinem Schwiegervater hatte er einen tiefen Einblick in die Details der Harmonikafertigung nemen können, und er befaßte sich nun voller Sachkenntnis und intelligentem Schöpfergeist mit der Herstellung von Spezialwerkzeugen und Spezialmaschinen für die einzelnen Fertigungsvorgänge des Harmonikabaues und auch anderer Bereiche. Bisher übliche Pressen und Stanzen wurden von ihm erheblich verändert und verbessert, und neue Antriebsmöglichkeiten wurden von ihm erdacht und genutzt. Er entwickelte auch neue Arten von Falzformen und Scheren, und bald wurde sein Handwerksbetrieb zu einer ansehnlichen und angesehenen Maschinenfabrik. Am 17. August 1878 wurde in der »Leiterd’schen Fabrik in der Falkensteiner Straße die erste Stimmzungenfräsmaschine aus der Berthold’schen Produktion in Betrieb gesetzt«, zunächst von Wasserkraft, später von Dampfkraft betrieben.

Im Jahre 1880 wurde in der Talstraße das Fabrikgebäude der Firma Berthold und Co. errichtet, das in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts von der Klingenthaler Schnittwerkzeugeund Metallwarenfabrik genutzt wurde und heute leider als verfallende Industriebrache nur noch abrißreif ist. In diesem Betriebsgebäude wurden die Werkzeuge und Maschinen gefertigt, die nun von der Berthold’schen Fabrik aus ihren Weg nach Trossingen, Gera, Altenburg, Nürnberg, aber auch nach Graslitz, nach Österreich, nach Rußland und in die Schweiz nahmen. Die Klingenthaler Maschinenfabrik Berthold und Co. hatte in der Branche weithin einen guten Ruf als Hersteller und als Konstrukteur von Spezialmaschinen. Auch die Bürstenfertigung im benachbarten Schönheide nahm dank Berthold’scher Maschinen und Werkzeuge einen beachtlichen Aufschwung. Eine Besonderheit waren die Berthold’schen »Notenstanzmaschinen«, die die technischen Grundlagen für die Ende des 19. Jahrhunderts und in den Jahren darauf beliebten Orchestrions, elektrischen Klaviere und Spieldosen lieferten. Auch in der gesamten Spielwarenindustrie waren Spezialmaschinen aus Klingenthal bekannt und beliebt.

Im Jahre 1902 wurde die Fabrik in der Talstraße von dem Ingenieur William Thau übernommen, der die Berthold’schen Erfindungen weiterentwickeln und weiter produzieren ließ. Die Rolle Julius Bertholds und seiner Fabrik reicht in ihrer Bedeutung als Förderer der industriellen Entwicklung über den Bereich der Klingenthaler Musikinstrumentenindustrie weit hinaus.

Im Jahre 1927 wurde vom Klingenthaler Stadtrat zu Ehren des verdienstvollen Unternehmers »für den 11. August, abends 7 Uhr, zu einer kurzen Feier herzlich eingeladen«. Auf der »Alberthöhe«, im Gelände des jetzigen Tierparkes, war nämlich ein Gedenkstein aufgestellt worden, der nunmehr im Beisein Bertholds feierlich der Öffentlichkeit übergeben werden sollte. Das Gelände des jetzigen Tierparkes auf dem Amtsberg war von Julius Berthold der Stadt Klingenthal zur Anlegung einer gemeinnützigen Anlage übereignet worden. Der Gedenkstein sollte ein Dank dafür sein und zugleich die wirtschaftlichen und technischen Verdienste des Stifters würdigen. Die Anregung dazu war übrigens von Oberlehrer Erwin Beck gekommen und wurde vom damaligen Bürgermeister Dr. Hugo Zimmermann und dem gesamten Stadtrat gern aufgegriffen. Für das Denkmal wurde ein Findling ausgewählt, der »von dem Herrn Steinbrecher Emil Brunner, Obersachsenberg Nr. 13 B, gebrochen wurde, welcher für seine Bemühungen dreißig Reichsmark verlangte«. Dem Stein wurde damals folgende Inschrift gegeben: »Dem hochherzigen Spender vieler herrlicher Anlagen, Herrn Julius Berthold, widmet diesen Stein in Verehrung die dankbare Stadt Klingenthal am 11. August 1927.« In einem Brief bedankte sich Berthold beim Stadtrat »für die ihm unvergeßliche Ehrung durch die Errichtung eines Gedenksteins, der meinen Namen in schöner Widmung trägt«.

Der Stein mußte wegen Bauarbeiten im Tierpark längere Zeit von seinem Platz entfernt werden, wurde aber inzwischen wieder aufgestellt. Auch im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen des Sächsischen Harmonikabaues wurde der damals 84 Jahre alte Berthold in den Reden und Ansprachen mehrmals ehrend erwähnt.

Es mag gewiß ein Zufall sein, daß sich die Grabstätte des am 26. Januar 1934 in Klingenthal verstorbenen Ernst Julius Berthold auf dem Klingenthaler Friedhof nur wenige Schritte entfernt von der weithin sichtbaren »Gliergruft« befindet, an der des Johann Friedrich Rudolf Glier gedacht wird, von dem dereinst im Jahre 1829 die Mundharmonika nach Klingenthal gebracht wurde. Durch diese Tat wurde das gesamte wirtschaftliche und soziale Gefüge Klingenthals für mehr als anderthalb Jahrhunderte geprägt. Vor allem durch Julius Bertholds Wirken aber entwickelte sich aus dem manufakturellen Harmonikabau eine florierende moderne Industrie, die der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der letzten Jahre allerdings nicht standhalten konnte.
Diese beiden Großen des Klingenthaler Musikstrumentenbaus – Glier und Berthold – verdienen die öffentliche Aufmerksamkeit, denn sie haben den Gang der Wirtschaftsgeschichte der klingenden Täler maßgeblich bestimmt.

Johannes Grimm, Klingenthal Magazin 34 (2004) > Geschichte
 
Historisches Holzhandwerk
Alte Schraubzwingen in der Ausstellung
© Thomas Lenk

Historisches Holzhandwerk

Wissen Sie, was ein Dexel, ein Zapfenschneider oder eine Drushba-Säge sind? Oder können Sie auf Anhieb sagen, worin sich die  Wolfszahnung und die Stoßzahnung unterscheiden? Einer, der das alles weiß ist Zimmerermeister Georg Carsten Eibisch in Zwota. Er hat die größte Sammlung von historischen Holzbearbeitungswerkzeugen im oberen Vogtland zusammengetragen und penibel sortiert. Die Kollektion ist im früheren Hocheiskeller der 1860–70 erbauten ehemaligen Denk-Brauerei in Zwota zu Hause. Was es alles zu sehen gibt, von der Vielfalt und Spezifik der Holzbearbeitungswerkzeuge und der Holz bearbeitenden Gewerke erzählt Georg Carsten Eibisch in seinem Beitrag im Klingenthal Magazin 89 (Sept. 2018). Ein interessanter Einblick in eine Zeit vor Harvester und industrieller Holzverarbeitung; als vom Baumfällen über das Herstellen von Balken, Bohlen und Brettern bis hin zum Hobeln von Zierkanten in Möbelstücke alles noch Handwerk war.

Kontakt/Terminvereinbarung: Zimmerei Eibisch, Braugasse 5, Zwota, Telefon 037467 28850.

Klingenthal Magazin 89 (2018) > Geschichte
 
Die Alte Schule – Kantoren und Schulmeister
Alte Schule nach der Rekonstruktion 1998
© Archiv

Die Alte Schule – Kantoren und Schulmeister

Die Alte Schule zu Klingenthal. Eine dreiteilige Beitragsreihe von Dr. Torsten Graupner erzählt vom historischen Bauwerk und seinen Bewohnern. Teil 2 im Klingenthal Magazin 89 (Sept. 2018) stellt die Kantoren und Schulmeister unter Co-Autorenschaft von Manfred Gäbler vor. Zunächst werden alle Kantoren und Schulmeister der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde »Zum Friedefürsten«, die von ca. 1680 bis 1839 ihren Wohnsitz im alten Schulgebäude hatten, aufgelistet. Gemäß der Schulordnung von 1580 war auf dem Lande die sogenannten deutschen Schulen – Kirchschulen – einzurichten und zu unterhalten. Hier war der Kantor gleichzeitig der Schulmeister – so auch in Klingenthal. Der Artikel berichtet ausführlich von den Aufgaben der Kantoren für Kirche und Schule. Ein aus dem Jahre 1767 erhalten gebliebenes und im Heft großformatig abgebildetes Vokationsschreiben – eine Berufungsurkunde und gleichsam eine Art Arbeitsvertrag – lieferte hierüber zahlreiche Erkenntnisse. Ein ebenfalls erhalten gebliebenes aufschlussreiches historisches Dokument stellt die Zusammenstellung der Einkünfte des Jahres 1834 des Kantors Christian Friedrich Weber dar. Die Autoren geben einen lebendigen Einblick in die Welt der Dorfschulmeister.

Klingenthal Magazin 89 (2018) > Geschichte
 
Rede zur Eröffnung der Alten Schule
Alte Schule in den 1990er Jahren vor der Restaurierung
© Thomas Lenk

Rede zur Eröffnung der Alten Schule

Einen Blick in die Vergangenheit gewährte die Rede des Bürger­mei­sters Dr. Günter Kunzmann zur Einweihung der Gast­stätte »Zur Alten Schule« am 3. Oktober 1998:

Noch nie bin ich so gern in die Schule gegangen wie heute in diese Schule hier; und es ist leicht möglich, daß ich dabei nicht der einzige bin. Vor 350 Jahren allerdings hätte ich an dieser Stelle als Schulbub nicht so leichtfertig daherreden können. Der Kantor hätte mir womöglich den Rohrstock gezeigt.

Die älteste Kunde vom Schulwesen in Klingenthal geht auf ein Gesuch böhmischer Exulanten an den Landjägermeister und Schösser zu Voigtsberg, Hans Georg von Carlowitz, im Jahr 1630 zurück. Damals waren viele Protestanten aus Böhmen geflohen und fanden zunächst in Klingenthal eine Unterkunft. Sie bewarben sich um Siedlungsland an der Zwota und um Befreiung von den Kommunalabgaben, die sie in Klingenthal zu entrichten hatten. Der Schösser schrieb an die sächsische Staatsregierung : »Auf Suppliciren der itzo in Klingenthal sich aufhaltenden Exulanten, … die … wegen der begehrten Befreiungk … des Kirchenbaues, Pfarrer und Schuldiener halber … unterthehnigst Ansuchung thun. … Auch wegen weniger Tranksteuer …«
Die Exulanten erhielten Siedlungsrecht in Unterzwota, mußten aber die Kommunalabgaben nun an den neuen Lehnsherrn von Carlowitz entrichten, der mit Urkunde vom 18. September 1631 mit diesem Gebiet belehnt wurde.
Mit Datum 27. August 1631 schrieb der Kurfürst Johann Georg an die Klingenthaler Exulanten: »Liebe Getreuen! Uns ist Euer Bericht von unsern Jägermeister Hans Georg von Carlowitz … unterthänigst vorgetragen worden. Also begehren wir, … unsern Jägermeister die 30 Lehen und die übrigen denen Exulanten in Klingenthal zuschreiben und dergestalt einräumen [zu] lassen, daß sie von jedem Lehen 1 F. zum Erbzins entrichten sollen. …«

Der erste Pfarrer, Salomon Barth, der 1635 nach der Trennung Klingenthals vom Schönecker Kirchspiel eingesetzt wurde, war zugleich Hammerpräzeptor und Kinderlehrer der Boxberger. Ihm folgte 1666 als Pfarrer sein Sohn Friedrich Barth, der schon einen Kantor und Schulmeister zur Seite hatte.
Unter dem Einfluß der Exulanten wurde schon bald nach der Selbständigkeit der Kirchgemeinde auch die von Schöneck unabhängige Schulstelle eingerichtet, die anfangs noch mit dem Amt des Hammerpräzeptors gekoppelt war; denn die Klingenthaler mußten noch 1636 an den Schönecker Schullehrer eine Entschädigung für die entfallenen Kindsunterweisungen bezahlen.
In dieser Zeit entstand dieses Gebäude [die »Alte Schule«], in dem wir uns jetzt befinden. Genauere Kenntnis besitzen wir leider nicht, weil beim Brand der Pfarre 1780 das älteste Kirchenbuch und das gesamte Pfarrarchiv verloren gingen.
Der Gutsherr war damals Kirchen- und Schulpatron und konnte die Stelle des Kantors, wie man den Schulmeister nannte, besetzen, mußte sie aber auch bezahlen. Er erhob daher seinerseits Pfarr- und Schulgeld von seinen Pächtern, wie in Klingenthaler Lehnsbriefen von 1647 erwähnt ist. 1670 schreibt Benigna Regina von Boxberg: »Das Kirchenlehen belangend muß ich Pfarrer und Schulmeister aus meinem eigenen Säckel besolden und ihnen noch dazu ihr notdürftiges Holz in meinem Wald schlagen und vor die Tür fahren lassen.« Für ihre eigenen Kinder hatte sie aber auch Hauslehrer, die zugleich als Schreiber und Rechnungsführer in ihrer Verwaltung tätig waren.
Der älteste uns namentlich bekannte Schulmeister nach dem Pfarrer Barth ist Kantor Georg Wurlitzer, der vermutlich ab 1666 die Stelle inne hatte und bis 1695 im Amt war.
Ihm folgten: Matthäus Stelzner aus Oelsnitz 1695–1714; Johann Friedrich Stelzner aus Oelsnitz 1714–1750; Johann Friedrich Graupner aus Schönau 1750– 1767; Christian August Junius aus Schneeberg 1767–1816; Johann Gottfried Schmidt aus Untertriebel 1816–1833; Christian Friedrich Weber aus Oelsnitz 1834–1879
1830 wurde eine zweite Lehrerstelle als Mädchenlehrer eingerichtet und diese dem Organistenamt zugeordnet. Der erste Organist, der zugleich das Amt des Mädchenlehrers versah, war Christian Friedrich Ferdinand Roßbach aus Plauen.

Bis 1839 diente dieses Gebäude hier als Schule. Darin wurden aber nur die Knaben unterrichtet. Für die Mädchenklasse wurde ab 1830 ein Raum gemietet.
Schon ab 1836 machte die Ortsgemeinde jeden Grundeigentümer abgabepflichtig, um die Errichtung einer neuen Schule zu ermöglichen. Auch die Lehrer mußten 10 Jahre lang einen jährlichen Beitrag geben. Die neue Schule westlich der Kirche, das heutige Kantorat, wurde 1838 begonnen und am 4. September 1839 geweiht. Das war das Klingenthaler Kirchschullehen, später die alte Musikschule und schließlich das Kantorat, nachdem dieses aus dem hier an der Schulgasse gegenüberliegenden Haus ausgezogen war.
1863 wuchs die Zahl der Klassen auf 6 und die der Lehrer auf 3 an, so daß neben der neuen Schule ein weiteres Schulgebäude errichtet wurde, das später bis zum Bau des Rathauses als Gemeindeamt diente.
Das schnelle Anwachsen der Schülerzahl machten bald den Neubau einer größeren Schule erforderlich: Der Mittelbau des heutigen Gymnasiums wurde am 13. 10. 1878 von Bezirksschulinspektor Perthen eingeweiht. 1890 wurde der Nordflügel und 1903 der Südflügel angebaut, 1915 erfolgte der Anbau der Turnhalle.
Nachdem in diesem Gebäude, in dem wir uns jetzt befinden, der Schülerlärm verklungen war, wurde es sehr ruhig darin. Das Bauwerk hielt 150 Jahre geduldig dem Verfall stand, obgleich niemand etwas für die Erhaltung tat. In den letzten 6 bis 7 Jahrzehnten diente es als Werkstatt und stand dann ganz ungenutzt herum. Schon zu DDR-Zeiten unter Denkmalschutz gestellt, fristete es ein trauriges Dasein, auch als es nach der Wende durch Kauf in den Besitz der Stadt kam.

Mir erzählten die Fachleute, daß eine Instandsetzung und Nutzung rein unmöglich sei. Ich wollte das nicht glauben und gewann den Weimaraner Architekturprofessor Dr. Wirth, den ich aus meiner Rudolstädter Zeit als denkmalinteressierten Mann kannte, mit einer Studentengruppe eine Bestandsaufnahme des Gebäudes vorzunehmen, was er auch tat. Wir kamen auf diese Weise nicht nur zu einer gewaltigen Menge Sorte-1-Zigaretten aus dem ersten Jahr nach dem Krieg, mit denen der alte Liberat offenbar geschoben hat, sondern auch zu einer verwertbaren Dokumentation.

Die Glücksstunde für die Alte Schule schlug, als sich der Baumeister Andreas Günnel in sie verliebte und leidenschaftlich für sie zu kämpfen begann. Er verpflichtete Herrn Kolbe als Architekten und setzte mit Unterstützung der Stadtverwaltung und der Kommunalentwicklung Sachsen GmbH, hier muß vor allem Frau Grimm genannt werden, alle Hebel in Bewegung, um Fördermittel für die Restaurierung aufzureißen. Beim Regierungspräsidium rannten wir offene Türen ein; denn Herr Münke, der Abteilungsleiter Bau und Wohnungswesen, und Herr Meyer, der Referatsleiter Denkmalschutz, sind schon länger Fans der Alten Schule in Klingenthal, und auch Herrn Lein, der uns seit Jahren in der Sanierung begleitet, war sie bestens bekannt. Es ging nur darum, gemeinsam mit der Staatsregierung eine Strategie zu entwickeln, die erfolgversprechend sein würde. Schließlich kann auch alles Interesse und Wohlwollen bestehende Verordnungen nicht beseitigen. Dank der offensiven Mitwirkung des Gebietsreferenten des Denkmalamtes, Herrn Dr. Nietzsche, ist dies auch gelungen, wie man hier sieht.

Auch von meiner Seite soll allen Bauleuten und Handwerkern, die hier tätig waren, ein herzliches Dankeschön zugerufen werden. Sie und Herr Günnel als Bauherr haben mit dieser Restaurierung und Verwertung des vermutlich ältesten Hauses in Klingenthal eine denkmalpflegerische und kulturelle Leistung vollbracht, die nicht hoch genug bewertet werden kann. Zu loben ist auch der Unternehmergeist des Betreibers Thorsten Voigt und seiner Truppe von der Schönen Aussicht, durch deren Engagement Leben in diese Räume einziehen soll.
Der Bundespräsident hat bei der Übergabe des Daimlerzentrums am Potsdamer Platz sinngemäß gesagt: »Eine Einrichtung ist genau wie eine Stadt nur zu einem Drittel Bauwerk; zwei Drittel davon machen die Menschen aus.« So ist es auch hier. (…)

Dr. Günther Kunzmann

Aschberger Land 12 (1998) > Geschichte
 

Video – Akkordeonbau in Klingenthal

 

Wie die Zeit vergeht!

Manfred Körner blickt in die Vergangenheit zurück und meint: »Man kann den Kindern unsere Zeit nicht einfach überstülpen, aber man kann ihnen von ihr erzählen!« Das tut er in seinem Beitrag »Wie die Zeit vergeht! – Das Leben im Wandel der Jahre« und bietet einen Rückblick auf seine Kindheit und Jugend. Er erinnert sich dabei an Begebenheiten, Gepflogenheiten, Sorgen und Nöte, an Läden, Kinos und mehr. Bei den älteren Lesern wird sicher vieles Erinnerungen wachrufen und den jungen Lesern soll von damals berichtet werden.

Klingenthal Magazin 82 (2016)
 
Der Markneukirchner und die Klingenthaler Geigen
Ekkard Seidl mit einer historischen Klingenthaler Geige
© Thomas Lenk

Der Markneukirchner und die Klingenthaler Geigen

Das Buch »Klingenthaler Geigenbau«, das zum Jubiläum »300 Jahre Geigenmacherinnung« erscheint, enthält Beiträge zur Geigenbaugeschichte und präsentiert über 30 historische Klingenthaler Instrumente, um deren Dokumentation sich der Mark­neukirchner Geigenmachermeister Ekkard Seidl besonders verdient gemacht hat. In ihrem Beitrag »Der Markneukirchner und die Klingenthaler Geigen« lässt Xenia Brunner, Leiterin des Musik- und Wintersportmuseums Klingenthal, den Leser an der Spurensuche teilhaben.

> Beitrag zum Buch »Klingenthaler Geigenbau«

Klingenthal Magazin 82 (2016)
 
Tag des offenen Denkmals 2015
Georg Carsten Eibisch als Nachtwächter in der Ausstellung
© Thomas Lenk

Tag des offenen Denkmals 2015

Zwota, 13.09.2015. Der bundesweite Tag des offenen Denkmals am 13. September 2015 steht unter dem Motto »Handwerk, Technik, Industrie«. Die Zimmerei Eibisch nimmt den Tag zum Anlass, in das Firmengebäude Braugasse 5 in Zwota einzuladen – den ehemaligen Hocheiskeller der Brauerei Denk. Der 14 Meter hohe, 1860-70 erbaute Eiskeller diente der Brauerei zur Lagerung von Natureis. Heute beherbergt er die grösste Sammlung von historischen Holzbearbeitungswerkzeugen im oberen Vogtland, über 50 verschiedene Transportmittel – Kutschen und Wagen – nebst Zubehör. Diese Ausstellung ist am Tag des offenen Denkmals bei freiem Eintritt zu besichtigen. Gleichzeitig begeht die Zimmerei Eibisch an diesem Tag ihr 15-jähriges Firmenjubiläum. Für Speisen und Getränke ist gesorgt und auch ein Programm wird geboten. 14 Uhr tritt die Dresdener Band »Die Bardolinos« auf, 15 Uhr die böhmische Blaskapelle »Horalka« aus Graslitz und 17.15 Uhr Silke Fischer aus Beerheide. Außerdem werden Postkutschenfahrten in Kooperation mit dem Fuhrgeschäft Gert Werner angeboten.

Veranstaltungort: Braugasse 5 in 08267 Zwota

Wer den Tag des offenen Denkmals zum Besuch nicht nutzen kann, kann auf Anfrage einen Termin vereinbaren; Infos: Georg Carsten Eibisch, Telefon (037467) 28850.

Online Magazin (2015) Geschichte, Veranstaltungen

–––––
Last Minute Urlaub mit alltours.de

 
Die größte spielbare Tuba der Welt
Hartmut Geilert (links) in der Redaktion bei Dirk Meinel
© Thomas Lenk

Die größte spielbare Tuba der Welt

Der Klingenthaler Blechblasinstrumentenbauer Hartmut Geilert ist der Initiator des Projektes Riesentuba. Es sollte aber nicht nur ein großes Schaustück sein, sondern spielbar! Im Klingenthal Magazin Nr. 79 spricht Hartmut Geilert in einem ausführlichen Interview über den steinigen Weg der Entstehung dieses einzigartigen Instruments, über Erfolge, Widrigkeiten und Helfer.

Klingenthal Magazin 79 (2015) > Geschichte






 

Video Verein Eisenbahnfreunde Klingenthal 1998

 
1998. Die Vogtlandbahn mit hohen Fahrgastzahlen, unser großes Bahnhofsgebäude und der Verein der Eisenbahnfreunde Klingenthal e.V. Dieser Verein angagierte sich für den Erhalt der Klingenthaler Verkehrsgeschichte. Hier ein Beitrag aus den Jahren der Zwangsverwaltung der Stadt Klingenthal. Nicht nur die schlechte finanzielle Unterstützung machte den Verein zu schaffen sondern auch ganz andere Dinge, so der Denkmalschutz, Mietverträge mit der Deutschen Bahn und die sich ständig änderten Eigentumsverhältnisse und dann der Abriss des über 100 m langen Bahnhofsgebäude führten zum AUS für den Verein. Dank der Zusammenarbeit mit dem tschechischen Club M 131.1 konnte ein Teil der Klingenthaler Ausstellung in Graslitz gesichert werden.
Claus Dunsch
 

 

 
Impressum | Disclaimer | Datenschutz