1998 – Nr. 13

1998 – Nr. 13

Herzlich willkommen im Wintersportzentrum Klingenthal! Mit einem umfangreichen Wettkampfprogramm verspricht die Saison 1998/99 wieder spannend zu werden. Nutzen Sie die Angebote, live an den Pisten, Schanzen, Loipen oder an der Bande dabei zu sein! Mit dem VSC Klingenthal und dem 1. FEV  Brunndöbra haben wir für Sie dieses Heft zusammengestellt.
Auch für alle Freizeitsportler und Naturfreunde bietet die Region um Klingenthal, Mühlleithen und das Aschberggebiet geradezu ideale Voraussetzungen. Mit der Loipenbrücke gehen die durchgängig gespurten Loipennetze nahtlos ineinander über. Dabei wechseln steile Abfahrten und seichte Hänge mit ausgedehnten Abschnitten in tiefverschneitem, traumhaft schönem Winterwald. Von den Höhen bieten sich stets neue faszinierende Einblicke in die Klingenden Täler. Zahlreiche Hotels und Gaststätten laden zur gemütlichen Einkehr ein. Wir wünschen allen Freunden des weißen Sports erlebnisreiche Tage in Klingenthal!
Ihre Aschberger-Land-Redaktion

Inhaltsübersicht:

Grußwort des Bürgermeisters Dr. Günter Kunzmann

Beiträge zur Wintersportgeschichte:
Beginn und erste Erfolge
Skisportentwicklung zwischen den Kriegen
Zeit der großen Siege
Der Vogtländische Skiclub Klingenthal

Wettkampfkalender 1998/99

Ausschreibungen und Informationen:
B-Weltcup in der Nordischen Kombination
Regio-Cup-Snowboard um den Pokal der Sparkasse Vogtland
Deutscher Schülercup Klingenthal
Sternquell-Saxonia-Boarder-Cup

Die High-Lights der Saison
Andreas Jobst: Eishockey in Klingenthal
Thorald Meisel: Der Ski-Nachwuchs im VSC
Das Landesleistungszentrum
Gymnasium mit sportlichem Profil
Online · Der VSC im Internet
Kanonen für das Schneevergnügen
Das große Schlittenhunderennen
Siberian Husky

Schanzenprojekt:
Rüdiger Schunk: Modernste Sportstätten sind konzipiert
Ein Baustein für die Aschbergschanze

Und außerdem:
Wintersportausstellung
Eine historische Postkarte
Horst Meinel: Interessantes über den Winter
Oswald Pöhland: Sad schie willkumme
Oswald Pöhland: Aus vergangenen Zeiten
Max Schmerler: Vogtländisches Schneelied
Museen & Sehenswertes der Region · Freizeit aktiv
Programmkalender für die Orte Klingenthal & Zwota
Kennen Sie noch … Hotel Buschhaus
 

Wintersporthistorie – Beginn und erste Erfolge

Klingenthaler Wintersporthistorie 1886–1929

Als Geburtsstunde des Wintersports im Klingenthaler Gebiet darf mit Sicherheit das Jahr 1886 gelten, in dem in Klingenthal Oberlehrer Erwin Beck das erste Paar Skier nach dem Vorbild einer Fotografie aus Norwegen bauen ließ.
Der erste Verein entstand 1908 und nannte sich WSV Klingenthal-Aschberg, dessen erster Vorsitzender Paul Barthol wurde. Der Verein zählte bald 100 Mitglieder und machte sich durch hervorragende Leistungen einiger Skifreunde einen Namen. Zu nennen wäre vor allem Reinhold Glass, der sich mit seinem Sieg 1914 auf der Dürrenbachschanze und einem ersten Platz beim darauffolgenden Laufen auszeichnen konnte. Leider kehrte dieser hervorragenden Sportler aus dem im gleichen Jahr beginnenden Weltkrieg nicht zurück. Die Vereinstätigkeit wurde während dieser Zeit eingestellt.
Die erste Versammlung nach dem Kriege wurde am 15. Januar 1919 von dem damals stellvertretenden Vorsitzenden Fritz Meisel eröffnet, der später zum neuen Vorsitzenden ernannt wurde.
Im gleichen Jahr stand noch das Ende des Namens WSV Klingenthal-Aschberg auf dem Plan. Dies sollte aber längst nicht das Ende des Vereins sein. Ihm schloß sich damals der Verein für Bewegungsspiele an und so entstand der neue Sportverein Klingenthal.
Das »Sportfest des Obervogtländischen Grenzgebietes« auf der umgebauten Dürrenbachschanze war der erste Wettkampf nach dem 1. Weltkrieg. Die Weihe wurde aber erst später durch Walter Glass vollzogen. Die Schanze trägt in ehrendem Gedenken an seinen gefallenen Bruder den Namen Reinhold Glass.
Max Meinhold, der als einziger 1922 nicht von den Aschbergläufern zum neugegründeten Wintersportverein Aschberg wechselte, wurde 1923 Vogtlandmeister. Auch die Saison 1926/27 war sehr erfolgreich für den Sportverein Klingenthal.
Walter Glaß, Mitglied der Olympiamannschaft 1927/28 in St. Moritz, siegte bei den Bayerischen Meisterschaften in Schliersee und wurde 1927 Österreichischer und Schweizer Meister. Nur bei den Deutschen Meisterschaften mußte er sich mit 7/1000 Punkten Rückstand auf Gustav Müller geschlagen geben. 1929 reichte es »nur« zum Deutschen Vizemeister.
Ein Höhepunkt des Wintersports in unserer Region war zweifellos die Austragung der vom 31. Januar bis zum 3. Februar des Jahres 1929 stattfindenden Deutschen Meisterschaften.

Aschberger Land Nr. 13 (1998)
 

Skisportentwickung zwischen den Kriegen

Klingenthaler Wintersporthistorie – Der Skisport erreicht größte Popularität im Klingenthaler Bezirk

Der WSV Aschberg

Im Café Meinel in Untersachsenberg kam es am 5. Juli 1922, bei Anwesenheit von 28 Männern, zur Gründung des »WSV Aschberg«. Der erste Vorsitzende wurde der Fabrikant Curt A. Seydel.
Der Verein bestand noch nicht lange, und schon stürzte man sich in die erste, für den Verein sehr große und verantwortungsvolle Aufgabe, den Bau einer Schanze am nordöstlichen Abhang des Aschberges. Am 2. Juli des Jahres 1923 erfolgte der erste Spatenstich. Dank der aufopferungsvollen Mitarbeit vieler Vereinsmitglieder, besonders aber Curt A. Seydels, konnte die Schanze noch im November 1923 fertiggestellt werden.
Nach dem Hauptinitiator des Baues wurde die Schanze benannt, man taufte sie am 11. November 1923 auf den Namen »C. A. Seydel-Schanze«. Anfang Januar des darauffolgenden Jahres führte Sepp Scherbaum den Weihesprung aus. Erste Erfolge für den Verein waren 1924 der Feldbergmeistertitel von Walter Meinel und das Erringen der »Paul-Rotter-Plakette« von Sepp Scherbaum. Insgesamt konnte der WSV in der Saison 1923/24 ganze dreißig Siege erringen.
Im Sommer des Jahres 1924 wurde auf das Hauptgerüst der Schanze noch ein kleines Gerüst aufgesetzt, da die Geschwindigkeit für die gewünschten Weiten nicht ausreichte. Die Saison 1924/25 brachte für den Verein den Sachsenmeistertitel von Sepp Scherbaum.

Der WSV Mühlleithen

In Mühlleithen wurde der Skilauf erst nach dem I. Weltkrieg populär, als sich die in Skivereinen organisierten Skiwanderer aus Plauen und Falkenstein dort ihr erstes Quartier einrichteten. Von nun an erfolgte eine rasche Entwicklung des Wintersports in Mühlleithen.
Am 1. März 1924 wurde der WSV Mühlleithen gegündet. Die sechsundzwanzig Gründungsmitglieder waren zumeist Wald- und Fabrikarbeiter, die trotz ihres schlecht bezahlten Jobs, in nur zwei Wochen den 1. selbstorganisierten Wettkampf auf die Beine stellten. Die zwölf Jungen, die teilnahmen, absolvierten einen Lang- und einen Sprunglauf.
Wollten die Mitglieder des Vereins an Wettkämpfen teilnehmen, mußten diese kostengünstig erreicht werden können, das hieß: per Pedes. Es kam daher nicht selten vor, daß die Läufer, um an einem 10-Kilometer-Lauf teilnehmen zu können, 40 bis 50 Kilometer am Tag zu dem Veranstaltungort zurücklegten. Auch daran kann man erkennen, wie groß damals das Interesse am Skisport war.
Auch die Nachwuchsförderung war in den Statuten des Vereins verankert. Diese Aufgabe hätte ein Lehrer übernehmen müssen, da aber bis 1925 kein geeigneter zur Verfügung stand, meldete sich ein »Flachländer« aus Leipzig für den Posten.
Der Neuling auf dem Gebiet des Wintersports brachte aber sehr viel Liebe für die »Weiße Kunst« mit und erarbeitete sich, indem er an zahlreichen Wettkämpfen teilnahm, die technischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, so daß er 1930 mit der systematischen Ausbildung der Jungen und Mädchen beginnen konnte. Der Unterrichtsplan des Lehrers sah zunächst zwei Stunden Sport in der Woche vor. Doch die Schüler fuhren fast täglich, auch nach dem Unterricht, mit ihrem Lehrer Ski. So kam es, daß die Ski zum Fortbewegungsmittel Nummer 1 im Winter wurden. Aufgrund der systematischen Ausbildung der Jugendlichen dauerte es auch nicht lange, bis sich die ersten größeren Erfolge einstellten. Erstaunlich klingt es, daß der erste Vorsitzende des Vereins, der Dorfschullehrer Hans Seubert, am 23. August 1932 bekannt gab, daß mit dem Bau einer Schanze begonnen werden kann.
Mit 320 Mark in der Vereinskasse und dem enormen Engagement der Vereinsmitglieder wurde am 12. September 1932 mit den Arbeiten am Schanzenbau begonnen. Das Unmögliche wurde wahr gemacht – am 15. Januar 1933 umsäumten zu den Kreiswettkämpfen, mit deren Durchführung der WSV Mühlleithen beauftragt wurde, zweitausend Sportbegeisterte die neu entstandene Anlage. Hans Leonhardt führte unter dem Jubel der Zuschauer den Weihesprung durch, wobei er eine Weite von 47 Metern erreichte. Von nun an trug die Anlage den Namen »Vogtlandschanze«. Da die Arbeiter in der Woche fünfzig und mehr Stunden arbeiten mußten und somit erst spät am Abend Sport treiben konnten, wurde beschlossen, eine Beleuchtungsanlage an der Vogtlandschanze zu errichten. Das am 28. Dezember 1938 stattfindende Nachtspringen konnte der einheimische, bis ins hohe Alter sportinteressierte Fritz Schädlich, vor anderthalbtausend Zuschauern, mit Weiten von 50 und 55 Metern für sich entscheiden.
Aber selbst in den Jahren des II. Weltkrieges wurde die Vereinstätigkeit nicht eingestellt. Trotz der schweren Bedingungen, die der Krieg mit sich brachte, nahmen Sportler aller drei Vereine an großen Wettkämpfen teil. So konnte Hans Gipser im Jahre 1940 den Jugendmeistertitel und 1941 den Sachsenmeistertitel erringen. Mit dem Sieg über 50 Kilometer bei den Deutschen Meisterschaften gelang Hans Leonhardt ein großer Erfolg.

Aschberger Land Nr. 13 (1998)
 

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